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Beziehungsstress gekonnt vermeiden

Welche Sprache sprechen Sie? Klar, auf jeden Fall Deutsch. Doch heute geht es um eine andere Sprache: die Sprache der Liebe. Liebe ist hier weit gefasst, denn diese Sprach der Liebe trifft sowohl für Paarbeziehungen, als auch Freundschaften, Arbeitsbeziehungen und familiäre Beziehungen zu.

Bekanntgemacht hat diese Sprachen der Liebe der amerikanische Paartherapeut Gary Chapman. In Büchern wie „Die 5 Sprachen der Liebe“ beschreibt er anschaulich diese unterschiedlichen Arten. Gemeint ist damit nicht direkt eine Sprache, sondern eher, wie wir Wertschätzung oder Zuneigung ausdrücken und auch verstehen.

Doch was steckt hinter dieser Sprach der Liebe? Der Grundgedanke ist relativ simpel: Jeder von uns hat eine oder auch zwei „Muttersprachen der Liebe“. Diese verstehen wir intuitiv und die Tür zum Herz ist damit sozusagen offen. Sprechen zwei Menschen verschiedene Muttersprachen, so wird die Sache schwierig und Beziehungsstress ist quasi vorprogrammiert. Die Sympathie, Anziehung oder Verliebtheit kann hier sehr groß sein, doch nach einiger Zeit bleibt davon nicht mehr viel übrig, da die Liebesbezeugungen des anderen nicht verstanden werden. So verhungert die Liebe quasi und Streitereien sind vorprogrammiert.

Das dieses Wissen nicht unbedingt neu ist, verdeutlicht unter anderem folgendes Zitat:

Die Erfahrung lehrt uns, dass Liebe nicht darin besteht, dass man einander ansieht, sondern dass man gemeinsam in die gleiche Richtung blickt.

Antoine de Saint-Exupery

Was sind nun aber die 5 Sprachen der Liebe?

1. Lob und Anerkennung

„Ich liebe dich“ oder „Das hast du toll gemacht“ sind typische Aussagen für Menschen, die diese Liebessprache sprechen. Dinge wahrzunehmen, die andere leisten bereitet ihnen kein Kopfzerbrechen, sondern kommt ganz natürlich und von Herzen. Mit Komplimenten, Dank, Lob und Anerkennung zeigen solche Menschen ihren Respekt und ihre Wertschätzung für kleine und große Dinge. Stressabbau in einer angespannten Beziehung erfolgt hier schnell und einfach beispielsweise durch ein ehrlich gemeintes Kompliment. Eine Tatsache, die so mancher Chef etwas besser integrieren könnte…

2. Zeit für einander

Ohne Ablenkungen gemeinsam Zeit zu verbringen ist Menschen, die diese Liebessprache sprechen sehr wichtig. Ob ein gemeinsames Abendessen, ein ungestörtes Gespräch oder Telefonat, Rituale in der Früh oder am Abend ist dabei nicht so wichtig. Hauptsache zu zweit, ungestört, exklusiv, bewusst und aufmerksam! Durch so eine “Quality time” fühlen sich Personen die diese Sprache sprechen wertgeschätzt und tanken quasi ihren Liebesspeicher auf. Auch im Berufsalltag erkennt man solche Typen oft am Fordern und Geben von ungeteilter Aufmerksamkeit. Multitasking sind für sie ein großer Stressfaktor.

3. Geschenke

Man kann vom Schenken und den Materialschlachten, die teilweise zu Weihnachten stattfinden, halten was man will. Doch wenn man von einem Menschen der Geschenke als Liebessprache spricht etwas bekommt, dann ist das mit Sicherheit wohl durchdacht. Die Bedürfnisse, Vorlieben und oft auch unausgesprochene Wünsche des anderen werden hier sehr genau überlegt und analysiert. Gleichzeitig kann man solchen Menschen mit Geschenken eine sehr große Freude machen. Ob wertvoll oder nur eine Kleinigkeit ist dabei egal, Hauptsache sie kommt von Herzen. Bei lieblosen 0-8-15 Geschenken ist Stress jedoch quasi vorprogrammiert.

4. Hilfsbereitschaft

„Gib Bescheid, wenn du Hilfe brauchst.“ Oder „Kann ich dir etwas Gutes tun?“ sind typisch für Menschen dieser Liebessprache. Gegenseitige Unterstützung in den verschiedensten Situationen und Lebensbereichen ist für sie die Grundlage für funktionierende Beziehungen. Ob kleine Gesten wie dem anderen etwas aufheben, oder große Gesten wie bei einem Umzug helfen, diese Menschen helfen Leidenschaftlich gerne. Oft schlägt sich diese Liebessprache sogar in der Berufswahl nieder.

5. Zärtlichkeit

Berührungen sind für diese Menschen der Weg um Zuneigung auszudrücken. Egal ob eine Umarmung, Hände halten, Streicheln oder Küssen, was zählt ist der Körperkontakt. Bei Paaren bleibt hier oft auch die Öffentlichkeit nicht verschont und längere Trennungen oder gar Fernbeziehungen sind nur schwer zu ertragen. Neben einem Ausdruck der Zuneigung ist dies für viele Menschen auch eine oft unbewusst angewandte Methode der Stressbewältigung, da Berührungen das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin ausschütten.

Egal ob für ein gutes Verhältnis zu den Kollegen, für Freundschaften oder auch Beziehungen, es lohnt sich, zu wissen, welche Sprache man selbst spricht, und auch einmal darauf zu achten, welche Sprache die andere Person spricht. Mit etwas Übung zeigt sich das nämlich sehr schnell und kann viel Stress abbauen – zumindest im zwischenmenschlichen Beziehungskontext. Und der spielt für ein gesundes Stressmanagement und einen ausgewogenen Alltag eine ziemlich wichtige Rolle.

Ich wünsche Ihnen gutes Austesten und Erkennen der Liebessprachen und freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Ich hoffe, er bringt Sie bereits einen Schritt weiter in Richtung entspannten und ausgeglichenen Alltag.

Herzliche Grüße,

Ihre Rebekka Wapler