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Flow – Das Geheimnis der Leichtigkeit

Kennen Sie dieses Gefühl, wenn Sie total vertieft in eine Aufgabe sind und sie Ihnen locker von der Hand geht? Selbst wenn es eine schwierige Aufgabe ist, so macht sie Spaß und Sie erledigen schnell und effektiv sehr viel. Wie wäre es, wenn Sie einen Einfluss darauf hätten, dass Ihnen mehr und mehr Ihrer Aufgaben so leicht von der Hand gehen? Hier erfahren Sie, wie das geht.

Dieses Phänomen ist in der Fachwelt nämlich bekannt und inzwischen auch gut erforscht. Dort heißt es Flow (englisch für Fließen). Die Wirkung von so einem Flow ist super: es entstehen positive Gefühle, die Motivation und Kompetenz steigt, der Selbstwert wird höher, die Gesundheit verbessert sich und man wird widerstandsfähiger. Klingt toll, oder?

Das Wichtigste, damit Flow entstehen kann, ist eine Balance zwischen den eigenen Fähigkeiten, und den Anforderungen der Situation. Wenn beides zusammenpasst kann der Flow kommen. Wenn die Anforderungen allerdings höher sind, als die eigenen Fähigkeiten, dann kommt es schnell zu Stress, Sorgen und Überforderung. Sind die Fähigkeiten höher, dann wird die Aufgabe wiederum schnell zum Stressfaktor, da wir uns langweilen.

Das fundamentale Geheimnis für den Flow ist eigentlich ganz einfach:
Wenn eine Aufgabe als angenehme Herausforderung empfunden wird, dann sind wir motiviert dabei und bringen Höchstleistungen. 

Wenn die Aufgabe zu leicht wird, bleibt der Flow aus. Damit die positiven Effekte trotzdem kommen können und sich der Flow einstellen kann, gilt es also, die Anforderung zu erhöhen. Ein gutes Beispiel hierfür sind Hausarbeiten: Wäsche aufhängen oder Abspülen kann zur Herausforderung und zum Flow werden, wenn wir es mit unserer nicht-dominanten Hand machen.

Wenn die Aufgabe zu schwer wird, bleibt der Flow ebenfalls aus. Hier können wir entweder die Herausforderungen senken – z.B. durch absolute Konzentration statt Multi-Tasking, oder Radio und Handy ausschalten – oder wir trainieren gezielt die dafür benötigte Fähigkeit (das kann auch entspannend sein).

Was macht den jetzt aber diesen Flow genau aus?
Zunächst einmal vor ab: Flow lässt sich nicht planen. Wenn Anforderungen und Fähigkeiten zusammenpassen, bemerken wir im Nachhinein, dass wir im Flow waren und können die ganzen positiven Effekte einfach mitnehmen.

  1. Flow bedeutet ein Verschmelzen von Tun und Sein. Wir müssen nicht nachdenken, sondern handeln einfach völlig konzentriert.
  2. Im Flow ist das Zeiterleben anders. Stunden können sich wie Minuten anfühlen („… und plötzlich war es dunkel…“), oder Sekunden wie Stunden (z.B. beim Wettkampf vor dem Start).
  3. Sind wir im Flow, so ist unsere Aufmerksamkeit absolut bei dem, was wir gerade machen. Die Umgebung und andere unwichtige Dinge werden ausgeblendet.
  4. Das Tun selbst macht Freude und bringt intrinsische Motivation. Das Handeln erfolgt ohne äußere Anreize oder Belohnungen.
  5. Das Ego tritt zurück und lässt uns Flow erleben. Gedanken wie „Was denken die anderen über mich…?“ gibt es hier nicht. Wir können wie nebenbei Stress abbauen, da wir nicht dauernd grübeln.
  6. Wir erleben uns als wirksam und haben die Kontrolle, wobei die Situation gleichzeitig unvorhersehbar ist. Wenn wir im Flow sind, handeln wir einfach nur im Jetzt (wie ein Kletterer, der einen Griff nach dem anderen macht, ohne schon drüber zu grübeln, wie der 10. Griff wohl klappt).
  7. Die Handlung hat ein klares Ziel und wir erleben im Flow, wie wir diesem Schritt für Schritt näher kommen.

Im Alltag gibt es einen Mikro-Flow, der uns oft gar nicht wirklich bewusst ist. Doch auch durch solche kurze Augenblicke können wir entspannen, Stress abbauen und uns selbst etwas Gutes tun. Das wichtige dabei ist, dass Anforderungen und Fähigkeiten in etwa in Balance sind. Dann kann der Flow kommen. 😀

Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Ich hoffe, er bringt Sie bereits einen Schritt weiter in Richtung entspannten und ausgeglichenen Alltag.

Herzliche Grüße,

Ihre Rebekka Wapler