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Ein Genie beherrscht das Chaos

Aber das Genie hat verloren. Denn Chaos verursacht Stress. Und zwar gar nicht wenig, vor allem, wenn dieses Chaos uns auf Schritt und Tritt begleitet. Doch Ordnung zu erreichen – und vor allem zu halten – ist gar nicht so utopisch, wie es anfangs vielleicht scheint.

Meine Mutter würde mich auslachen, wenn sie wüsste, dass ausgerechnet ich einen Artikel über Ordnung schreibe. Schließlich hatten wir unzählige Konflikte wegen meiner Unordnung. In meinem Zimmer war genau ein Weg frei – der zum Bett. Alles lag zerstreut durcheinander und hatte keinen festen Platz. Aber irgendwann fing dieses Chaos mich selber an zu nerven. Warum? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich habe das mit der Ordnung also ausprobiert – auf verschiedenste Wege und Methoden – und bin dabei geblieben.

Es waren vor allem die tollen Nebeneffekten der Ordnung, die mich überzeugt haben:
– Ich schlief besser, wenn Ordnung in meinem Zimmer war.
– Ich arbeitete konzentrierter, wenn Ordnung auf meinem Schreibtisch war.
– Ich lernte leichter neue Sachen, da ich weniger Ablenkung hatte.
– Ich fühlte mich entspannter, wenn um mich herum Ordnung war.
– Ich hatte mehr Zeit, da ich meine Sachen nicht mehr suchen musste.

Doch nicht nur mir ergeht es so: Wissenschaftler haben ordentliche mit unordentlichen Menschen verglichen, und herausgefunden, dass ordentliche Menschen gesünder und aktiver sind, also unordentliche. Unordentliche Menschen sind schneller erschöpft und neigen zu Depressionen. Sie haben mehr Kortisol in ihrem Körper und lassen sich leichter ablenken. Außerdem leiden sie unter Konzentrationsschwierigkeiten. Und das Spannende: Ordnung wird beliebter und immer mehr Menschen scheinen sich damit zu befassen.

Aber manchmal fällt es einfach schwer, Ordnung zu halten. Die Japanerin Marie Kondo hat eine sehr einfache und effektive Methode entwickelt, um eben diese Ordnung dauerhaft zu realisieren.
Jeder Gegenstand, den wir besitzen, wird dazu in die Hand genommen. Wenn er in uns ein Glücksgefühl auslöst (der Lieblingspulli) oder absolut nötig ist (die Zahnbürste), darf er bleiben. Wenn diese Kriterien nicht erfüllt sind, bedanken wir uns bei diesem Gegenstand für seinen Dienst und lassen ihn los (spenden, entsorgen oder verkaufen ihn). Mit dieser Methode wird nicht nur die Wohnung aufgeräumt, sondern auch gleichzeitig Ordnung in Gefühle und Beziehungen gebracht.

Durch diese Ordnungsmethode entsteht eine minimalistischere Lebenseinstellung, die zu einem Leben mit mehr Zeit, mehr Geld und mehr Freiheit um ein bedeutungsvolles Leben zu leben führt. Oder um es mit den Worten von „The Minimalists“ auszudrücken:
„Minimalismus ist ein Lebensstil der uns dabei hilft, zu hinterfragen, welche Dinge unserem Leben mehr Wert geben. Durch das Entrümpeln unseres Lebens können wir Platz für die wichtigsten Dinge in unserem Leben machen: Gesundheit, Beziehungen, Leidenschaft, Wachstum und Beteiligung.“
Um anzufangen empfehlen sie, sich einfach folgende Frage zu stellen: „Wie würde mein Leben sich verbessern, wenn ich weniger materiellen Besitz hätte?“

Klingt ja alles schön und gut, aber ganz überzeugt sind Sie noch nicht von der Ordnung?
Dann stellen Sie sich bitte einmal Ihren Körper vor: in unserem Inneren haben wir Millionen von Zellen, Nervenbahnen, Muskelstränge, Knochen, Sehnen, ganz zu schweigen von den ganzen Hormonen… Wenn hier nur eine Kleinigkeit aus dem System und der Ordnung heraus fällt, dann passiert etwas ganz einfaches: wir werden krank. Denn ein gesunder Körper ist organisiert. Es gibt eine strenge Ordnung – denn schließlich hätte niemand gerne, dass der Apfel nach dem Mund wo anders hingeht als in die Speiseröhre, dann den Magen und schließlich den Darm. Eigentlich logisch, dass uns Ordnung im Außen gut tut, wenn sie für uns im Inneren schon so wichtig ist, oder?

Jeder sollte für sich selbst entscheiden, wie er mit dem Thema Ordnung umgeht. Meiner Erfahrung nach profitieren wir Menschen von einem ordentlichen Arbeitsplatz mit möglichst wenig Ablenkungen und nur den Dingen auf dem Schreibtisch, die für die momentane Aufgabe benötigt werden. Vielleicht wollen Sie der Ordnung ja eine Chance geben. Probiere doch eine Woche lang aus, wie es Ihnen mit einem ordentlichen Arbeitsplatz oder Zuhause geht. Die Wahrscheinlichkeit, dadurch Stress zu reduzieren ist ziemlich hoch!

Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Ich hoffe, er bringt Sie bereits einen Schritt weiter in Richtung entspannten und ausgeglichenen Alltag.

Herzliche Grüße,

Ihre Rebekka Wapler