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Die tückische Sache mit dem Gleichgewicht

Wie schön wäre es, wenn jeden Tag die Sonne scheinen würde. Wenn Entspannung unseren Tag bestimmt und wir keinen Stress hätten. Können Sie sich das vorstellen? Doch im Alltag kommt immer wieder die andere Seite, sie scheint sogar oft zu dominieren. Woran liegt das? Und hat das Ganze vielleicht sogar eine positive Seite?

Alles in unserem Leben und unserer Welt hat zwei Seiten. Oft wollen wir nur die schöne, positive Seite davon erleben, die andere ignorieren wir gerne. Doch wenn alles immer nur schön, gut und rosarot ist, gefällt uns das auch nicht. Wir werden gelangweilt, wollen immer mehr und boykottieren uns teils selbst das Positive. Denn intuitiv scheinen wir zu wissen, dass es ein Gleichgewicht der beiden Seiten gibt. Es ist nicht immer alles gut oder alles schlecht.

Oder um es mit den Worten des chinesischen Philosoph Laotse zu sagen:

Wenn gewisse Dinge als schön gelten, werden andere Digne hässlich. Wenn gewisse Dinge als gut gelten, werden andere Dinge schlecht.

Sein und Nicht-Sein erzeugen einandern. Schwierig und leicht stützen einander. Lang und kurz bestimmen einander. Hoch und niedrig sind abhängig von einander. Vorher und nachher folgen einander.

Daher handelt der Weise, ohne irgendetwas zu tun, und lehrt, ohne irgendetwas zu sagen. Die Dinge erscheinen, und er lässt sie kommen; die Dinge verschwinden und er lässt sie gehen.

Er hat, besitzt aber nicht, handelt, erwartet abernicht. Wenn sein Werk getan ist, vergisst er es. Ebendarum währt es ewig.

Laotse – Tao te king

Wie hilft uns diese antike Weisheit heute bei der Stressbewältigung?

Wenn wir uns diesen Dualismus der Dinge zu eigen machen, dann können wir die Extreme, die wir leben, reduzieren. Es gibt mehr als absolut Tiefenentspannung und super gestresst. Das Stressmanagement und der Stressabbau gelingen leichter, wenn beide Seiten akzeptiert werden.

Überhaupt ist das mit der Akzeptanz so eine Sache… Wenn wir die Dinge so akzeptieren, wie sie sind, können wir einiges an Stress abbauen. Einfach, weil wir keine Energie mehr verschwenden, um gegen den momentanen Ist-Zustand anzukämpfen. Das heißt nicht, dass wir alles so hinnehmen wie es ist, sondern dass wir unsere Energie gezielt dafür einsetzten die Dinge zu verbessern. Konkret auf den Stress bezogen bedeutet das, dass es effektiver ist, Stressfaktoren zu identifizieren – zu denen auch der Wunsch nach Perfektionismus und der rosaroten Welt gehören kann – und dies Schritt für Schritt zu optimieren ohne von heute auf morgen Wunder zu erwarten.

Wie auch bei den Stärken geht es bei Stress und Entspannung um einen angenehmen und angemessenen Mittelweg. Zu viel schadet uns ebenso wie zu wenig. Liegen wir nur auf der Couch und entspannen, so kriegen wir unseren Alltag bald nicht mehr auf die Reihe, werden faul und oft depressiv. Entspannen wir gar nicht und sind nur am Tun, so kommen wir schnell in Stress, werden hektisch und ungeduldig und laufen oft in ein Burnout hinein. Geben sich Entspannung in Form von Ruhephasen und Anspannung in Form von positivem Stress die Hand, so haben wir ein ideales Gleichgewicht geschaffen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute mit dem Gleichgewicht und freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Ich hoffe, er bringt Sie bereits einen Schritt weiter in Richtung entspannten und ausgeglichenen Alltag.

Herzliche Grüße,

Ihre Rebekka Wapler