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Gesunde Selbstwahrnehmung stärken

Was genau ist eigentlich Selbstwahrnehmung? Und wie kann sie uns beim Stress abbauen helfen?

Wenn wir uns selbst besser kennen(-lernen) verhilft uns das zu einer besseren Selbstwahrnehmung. Eine bessere Selbstwahrnehmung wiederum verhilft uns zu mehr Entspannung im Alltag, hauptsächlich durch eine verbesserte Beziehung mit unseren Mitmenschen.

„Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern.“

Rumi

Hinter diesem Zitat steckt der Kern der Persönlichkeitsentwicklung: Durch Selbstwahrnehmung erkennen wir, was wir machen und wie wir es machen, können daran wachsen und uns verändern. Wir können der Mensch werden, der wir wirklich sind und sein wollen. Dadurch reduzieren wir Stress und können unsere Stärken besser einsetzen.

Was uns dabei hilft sind zwei zentrale Punkte: Die Selbstwahrnehmung und die Fremdwahrnehmung.

Selbstwahrnehmung

Für eine gesunde Selbstwahrnehmung lohnt es sich, die folgenden Fragen zunächst einmal in Ruhe für sich selbst zu beantworten. So lassen sich wichtige Punkte aus der eigenen Perspektive betrachten.

  • Was kann ich gut?
  • Was sind meine Talente?
  • Welche Dinge bereiten mir Freude?
  • Welches sind meine schönsten Erfolgserlebnisse?
  • In welchen Lebensbereichen möchte ich mich verbessern?

Nehmen Sie sich am besten genügend Zeit für Ihre Selbstwahrnehmung und schreiben Sie Ihre Antworten auf.

Die Antworten auf diese Fragen lassen sich anhand des sogenannten Johari-Fenster veranschaulichen.

1. Öffentlicher Bereich

Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung stimmen überein. Diese Dinge sind allen bekannt und helfen beim Stressmanagement, da jeder etwa Ihre Wünsche oder Eigenarten kennt.
Wissen Sie beispielsweise, dass Sie ungeduldig sind und Ihre Kollegen wissen das ebenso, dann können alle Beteiligten darauf eingehen und dies berücksichtigen.

2. Geheimer Bereich

Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung stimmen hier nicht überein, da Sie diese Informationen nicht teilen möchten – etwa aus Unsicherheit. Diese Aspekte sind oft Stressfaktoren.

Sind Sie beispielsweise sehr aufgeregt vor öffentlichen Vorträgen, möchten das aber den Kollegen nicht mitteilen, gehört dies in den geheimen Bereich.

3. Blinder Fleck

Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung stimmen hier auch nicht überein, da andere Personen Informationen über Sie haben, die Ihnen gar nicht bewusst sind. Wären Ihnen diese Informationen bekannt, könnten Sie

a) an sich arbeiten (negative Informationen).
b) sich freuen (positive Informationen).

Informationen in diesem Bereich werden oft nonverbal geäußert. Sie vermitteln also etwas, ohne es direkt zu kommunizieren. Beispielsweise antworten Sie sehr knapp auf Fragen eines unsympathischen Kollegen, ohne dass Sie sich dessen bewusst sind .

4. Unbekannter Bereich

Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung stimmen wieder überein, da beide nichts davon wissen. Hier können beispielsweise schlummernde Talente verborgen liegen, sowie ein großes Potential zur Stressbewältigung.

Fremdwahrnehmung

Als Ergänzung zur Selbstwahrnehmung lohnt es sich, ein paar Meinungen von anderen über sich selbst einzuholen, um Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung abzugleichen.

Interessant ist hier eine Mischung aus beruflichen und persönlichen Meinungen, oft auch von Personen, die einen unterschiedlich gut kennen. Beste Freundin, Mama und Lieblings-Arbeitskollegin geben wahrscheinlich ein positives, aber nicht unbedingt ausgewogenes Fremdbild wider. Hilfreich ist es, wenn Sie die Feedbackgeber schätzen und ihnen vertrauen.

Kündigen Sie den ausgewählten Personen an, dass Sie ihnen ein paar Fragen schicken und bitten Sie sie um ehrliche Antworten. Geeignete Fragen sind beispielsweise:

  1. Was schätzt Du an mir?
  2. Wo liegen aus Deiner Sicht meine Stärken? Was mache ich besonders gut?
  3. Welche Bereiche kann ich aus Deiner Sicht verbessern?

Natürlich werden die Antworten der Befragten von der Beziehung beeinflusst und sind deshalb nicht allgemein gültig. Sie sind jedoch ein guter Ansatzpunkt um die Selbstwahrnehmung abzugleichen, den eigenen blinden Fleck zu verkleinern und den Stressabbau voranzutreiben.

Lesen Sie die Antworten in Ruhe und überlegen Sie, ob und wie Sie diese annehmen und in Ihre Selbstwahrnehmung integrieren möchten.

Anhand von dem Vergleich von Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung, sowie den daraus gezogenen Schlussfolgerungen ist es hilfreich, die folgenden Fragen zu überdenken:

  • Welche Stärken möchte ich in Zukunft besser nutzen?
  • Wie kann ich mein Potenzial besser ausschöpfen?
  • In welchen Bereichen will ich mich verbessern?
  • Welche Fähigkeiten will ich lernen?
  • Welche konkreten Ziele möchte ich innerhalb von 3 Monaten erreicht haben?

Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich, dass Sie diesen Artikel über Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung gelesen haben. Ich hoffe, er bringt Sie bereits einen Schritt weiter in Richtung entspanntem und ausgeglichenem Alltag.

Herzliche Grüße,

Ihre Rebekka Wapler