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Warum Sport Stress abbaut

Nach einem langen, stressigen Arbeitstag führt bei vielen von uns der Weg (fast) direkt auf die Couch. Fernseher an und einfach entspannen – Sport wird auf morgen verschoben. Doch was sich im Moment tatsächlich wie Erholung anfühlt, ist für unseren Körper gefährlich:

Bei Stress schüttet unser Körper Stresshormone wie Adrenalin und Kortisol aus und löst dadurch Anspannung aus. Das ist nicht weiter schlimm, denn dadurch hilft unser Körper uns, mit stressigen Situationen besser umzugehen. Gesundheitsschädlich wird dieser Hormonmix nur, wenn wir nicht mehr für den nötigen Ausgleich sorgen. Dann wird aus der Anspannung in unserem Körper ein dauerhafter Alarmzustand, der mit der Zeit zu Schlafschwierigkeiten, Konzentrationsproblemen und schließlich zum Burnout führt – wenn wir nichts dagegen unternehmen.

Um den notwendigen Ausgleich zu schaffen, muss sich unser Hormonhaushalt wieder normalisieren. Das heißt ganz konkret: Adrenalin und Kortisol müssen abgebaut werden, damit die Entspannungs- und Wohlfühlhormone (wie z.B. Oxytocin) wirken können. Beim auf-der-Couch-liegen wird zwar unsere Atmung und unser Herzschlag langsamer, da wir unsere Muskeln entspannen, doch die Stresshormone bleiben weiter im Blut und sorgen für Anspannung.

Die wirksamste Methode, um das hormonelle Gleichgewicht wieder herzustellen und dann tatsächlich entspannen zu können ist der Sport. Dass Sport gegen Stress hilft, haben Sie sicher schon mal gehört. Aber warum eigentlich? Die Antwort liegt in unseren Genen: Unsere Vorfahren konnten auf Steinzeit-Stress (z.B. einem Angriff durch einen Bären) auf 3 Arten reagieren:

  1. Sie haben gekämpft. Durch die Bewegung konnten sie die Stresshormone ideal einsetzten und sich nach gewonnenem Kampf wieder entspannen.
  2. Sie sind davongelaufen. So schnell, und so weit, wie es ging, bis sie in Sicherheit waren. Die Hormone waren danach wieder ausgeglichen.
  3. Sie sind erstarrt – z.B. beim Anblick einer Schlange. Wenn diese ihre Aufmerksamkeit dann wieder auf etwas anderes gerichtet hat, sind sie davongelaufen.

Es liegt also tatsächlich in unserer Natur, Stresshormone durch Sport auszugleichen. Doch im Alltag schieben wir den Stress meistens einfach zur Seite. Das kann ein paar Mal gut gehen, doch auf die Dauer ist es tatsächlich sehr schädlich für deinen Körper. Regelmäßige Bewegung und Sport ist die wirksamste Methode, um den Stress abzubauen, und wieder entspannen zu können. Kleine Sporteinheiten wie etwa die Treppe statt dem Lift zu nehmen, das Auto nicht direkt vor der Bürotür zu parken oder ein Spaziergang um den Block in der Mittagszeit helfen hier bereits. Doch zumindest einmal die Woche eine schweißtreibende sportliche Aktivität kann wahre Wunder bewirken.

Die Wissenschaft hat inzwischen übrigens zahlreiche weitere positive Wirkungen von Sport herausgefunden:

  1. Sport baut Stress ab und sorgt für ein hormonelles Gleichgewicht im Körper, da die Stresshormone abgebaut werden.
  2. Sport fördert die Kreativität, da mehr Blut und Sauerstoff ins Gehirn kommt, wenn du regelmäßig Sport machst.
  3. Sport macht glücklich, da nicht nur Stresshormone abgebaut werden, sondern auch Glückshormone wie Serotonin und Endorphin ausgeschüttet werden. Sport im Grünen macht noch glücklicher, da du deutlich mehr Sauerstoff und Sonnenlicht bekommst, als etwa im Fitnessstudio. Dadurch wird der Stoffwechsel sofort angekurbelt.
  4. Kurze Bewegungs-Einheiten wie etwa ein Spaziergang in der Mittagspause sorgen bereits für Ausgleich und heben die Stimmung.
  5. Sport schafft Abstand, da wir nicht die ganze Zeit über unsere Probleme grübeln können. Nach einer sportlichen Pause schauen Schwierigkeiten oft schon lösbarer aus.
  6. Sport mit anderen macht nicht nur mehr Spaß, sondern motiviert auch und hilft beim Dranbleiben.
  7. Belohnen Sie sich für das Sport machen, dann fällt es Ihnen das nächste Mal schon leichter. Das funktioniert mit so einfachen Sachen wie dem Lieblings-Duschgel oder dem bequemen Lieblingspulli danach.

Sport tut uns  gut und hat zahlreiche positive Wirkungen auf unseren Körper, egal welche Sportart Sie wählen. Am besten merken Sie selbst, was Ihnen gut tut und beim Stress abbauen hilft. Hier sind ein paar Anregungen, welche Sportarten sehr gut für die Stressbewältigung sind:

  • Laufen gehen: Es entspricht unseren Ur-Instinkten, wir können einfach loslaufen und alles hinter uns lassen. Frische Luft, Schwitzen und teilweise Flow bringen zusätzliche Vorteile mit sich.
  • Yoga: Durch bewusste Anspannung und Entspannung wird der ganze Körper wahrgenommen, durch die Verknüpfung mit der Atmung und die nötige Konzentration werden Sorgen weggeblasen oder zumindest pausiert.
  • Tanzen: steigert die Lebensfreude, fördert das Selbstbewusstsein und wirkt oft tief durch die damit verbundene Musik.
  • Schwimmen: das veränderte Körpergefühl im Wasser wirkt entspannend und ausgleichend, durch das Eintauchen in eine andere Welt – oder zumindest Umgebung – können die Probleme leicht draußen warten und wir gewinnen den nötigen Abstand.

Es gibt natürlich noch zahlreiche weitere Möglichkeiten Sport zu machen. Wichtig ist, dass Sie mit einer anfangen, und die Sportart herausfinden, mit der Sie sich am wohlsten fühlen. So können Sie selbst am besten Stress abbauen, einen Burnout vermeiden und Ihre Gesundheit fördern. Ob Sie mit 10 Minuten Sport anfangen, oder mit 30, wichtig ist, dass Sie durch Sport einen Ausgleich für Ihren Körper schaffen!

Eine kurze Warnung noch zum Schluss: Setzen Sie sich möglichst nicht durch Leistungsziele im Sport unter zusätzlichen Druck. Die Bewegung ist für Sie selbst zum Ausgleich, Druck haben wir ja eh schon genug!

Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Ich hoffe, er bringt Sie bereits einen Schritt weiter in Richtung entspannten und ausgeglichenen Alltag.

Herzliche Grüße,

Ihre Rebekka Wapler