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Unsere Gefühle leuchten gelb!

Vor ein paar Jahren hat ein Team finnischer Forscher untersucht, wo in unserem Körper wir Emotionen fühlen. Mit farbigen Visualisierungen haben sie einzelne Emotionen sichtbar gemacht, unter ihnen Liebe, Ärger, Depression, Angst und Überraschung.

Die Forscher zeigten dazu über 700 Studienteilnehmern aus Finnland, Schweden und Taiwan verschiedenste Reize. Es wurden kurze Geschichten benutzt, wie etwa die Fahrt an den Strand mit Freunden (Glücklich) oder die Begegnung mit einem sterbenden Kind im Krankenhaus (Traurig). Auch kurze Filmausschnitte wurden gezeigt, und Gesichtsausdrücke der Teilnehmer analysiert. Die Teilnehmer sollten dann auf Körper-Silhouetten angeben, wo in ihrem Körper sie die entsprechende Emotion fühlten.

Die einzelnen analysierten Emotionen sind der Reihe nach:
Ärger – Angst – Ekel – Zufriedenheit – Trauer – Überraschung – Neutral
Besorgnis – Liebe – Depression – Zufriedenheit – Stolz – Schamgefühl – Neid
Die schwarze Farbe in den Körpern steht dabei für keine Veränderung in der Wahrnehmung.
Warme Farben – also von Rot bis Gelb – symbolisieren eine vermehrte Aktivierung dieser Körperregion, wobei Gelb die stärkste Aktivierung bedeutet.
Kalte Farben – also von Blau bis Türkis – symbolisieren hingegen eine verringerte Aktivierung der entsprechenden Körperregionen, wobei Türkis die stärkste Deaktivierung bedeutet.

Auffallend bei der Studie ist, dass wir gewisse Emotionen eher in unserer oberen Körperhälfte fühlen, und andere eher in unserer unteren Körperhälfte.
Negative Emotionen führen oft dazu, dass wir uns „kälter“ fühlen, während positive Emotionen unseren Körper „erwärmen“ und wir uns energiegeladener fühlen.
Stress entsteht oft aus einer Angst, etwas nicht zu schaffen, oder nicht gut genug zu sein, weshalb unsere körperliche Aktivierung in Stresssituationen ziemlich so wie links auf dem Bild ausschaut.

Wenn wir die einzelnen Veränderungen wahrnehmen, fällt es uns leichter, mit unseren Gefühlen umzugehen und diese bei Bedarf bewusst zu fördern. Denn oft werden uns unsere Gefühle erst dann bewusst, wenn wir die Körperreaktionen direkt fühlen. Beispielsweise bemerken wir manchmal erst dann unsere Aufregung vor eine Termin, wenn unser Herz schneller schlägt und wir kalte schwitzende Hände haben, und werden daraufhin noch aufgeregter.

Mit dieser Abbildungen wird es einfacher, den eigenen Körper und die Abläufe in unserem Inneren besser zu verstehen. Depression ist sehr gut dargestellt mit einem verringerten Körpergefühl in Armen und Beinen, wohingegen Zufriedenheit oder Glück (die Übersetzung für Happiness bedeutet im Deutschen beides) und Liebe fast den ganzen Körper zum Leuchten bringt. Ein schönes Bild, das doch motiviert, darauf zu achten, diesen schönen Gefühlen mehr Raum zu geben.

Denn evolutionär gesehen sind wir nicht so gut dafür ausgestattet, unsere schönen Gefühle zu wahrzunehmen, zu erkennen und zu entspannen. Schließlich sind unsere Vorfahren ja diejenigen unter den Steinzeitmenschen, die schnell und effektiv auf Gefahren reagiert haben und überlebt haben und nicht diejenigen, die beim Blumen Bewundern von einem Bären erwischt worden sind. Viel leichter fällt es uns, schlechte Erlebnisse und die damit verbundenen Emotionen zu beschreiben, als positive Emotionen zu unterscheiden. Doch geben tut es sie, auch wenn wir meistens nicht so geübt darin sind, sie wahrzunehmen.

Barbara Fredrickson, eine der führenden Psychologinnen in diesem Gebiet, fand in zahlreichen Studien folgende 10 positive Gefühle:
Liebe: verleitet uns zu Vertrauen, Verbindungen und fördert unsere Gesundheit
Glücksempfinden: führt zu Lernen ohne es zu bemerken
Dankbarkeit: schafft Verbindung und Fähigkeiten
Ernsthaftigkeit: schafft realistische Selbst- und Weltansichten
Interesse: bringt Energie und Wissen
Hoffnung: macht uns widerstandsfähiger
Stolz: führt uns zu neuen Leistungen
Vergnügen: lässt Freundschaften und Kreativität entstehen
Inspiration: führt zu mehr Fähigkeiten
Staunen: führt zu gesunder Demut

Für viele von uns sind diese einzelnen positiven Emotionen sehr nahe bei einander und bedeuten oft dasselbe oder ähnliches. Doch mit etwas Übung werden wir Schritt für Schritt besser darin, sie zu unterscheiden und schaffen uns dadurch eine Vielfalt an möglichen Gefühlen, die wir den oft doch sehr dominanten negativen Gefühlen entgegen setzten können. Denn genauso wie jedes negative Gefühl, hat auch jedes positive Gefühl zahlreiche Auslöser, die wir uns bewusst in unseren Alltag integrieren können.

Sie selbst beeinflussen, wie oft und wie stark Sie Ihren Körper positiv zum Leuchten bringen!

Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Ich hoffe, er bringt Sie bereits einen Schritt weiter in Richtung entspannten und ausgeglichenen Alltag.

Herzliche Grüße,

Ihre Rebekka Wapler